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Montag 24 September 2018

Wohlfühlklima

 

Wenn man den Wintergarten ganzjährig nutzen möchte, müssen extreme Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen zwischen Innen- und Außenraum ausgeglichen werden. Auch die angrenzenden Räume werden von den klimatischen Bedingungen im Wintergarten beeinflusst. Ein schlecht gebauter Wintergarten kann – neben Schäden am Haus – auch klimatische Unannehmlichkeiten verursachen wie zum Beispiel unerträgliche Hitze im Sommer, abgestandene Luft oder Feuchtigkeitsniederschlag an den Scheiben. Mit Heizen, Lüften und einem Schutz vor Sonne kann das Klima individuell beeinflusst werden. Die Wintersonnenstrahlen alleine können den Raum nicht ausreichend aufheizen. Es ist sinnvoll, das Heizsystem im Wintergarten an jenes im Wohnhaus anzupassen. Die Heizung sorgt neben angenehmer Wärme dafür, dass die Tauwasserbildung an den Fenstern vermieden wird. Besonders effektiv sind Heizquellen in der Mitte des Raumes, dort, wo sich Menschen regelmäßig aufhalten. Lüftungsanlagen müssen fixer Bestandteil aller Bemühungen um ein wohnliches Klima sein. Feste Regeln für die Dimensionierung der Lüftung gibt es nicht. Eine Faustregel besagt, dass rund 10 Prozent der Glasflächen zu öffnen sein sollten. Prinzipiell können zwei Lüftungsarten unterschieden werden: Die natürliche Lüftung nützt den natürlichen Auftrieb warmer Luft.

KlimaKältere Zuluft strömt durch Lüftungsklappen in Bodennähe in den Raum und entweicht als warme, verbrauchte Luft durch Öffnungen in Deckenhöhe. Die Vorteile hierbei sind, dass es keine Eigengeräusche und keinen unangenehmen Luftzug gibt. Die Nachteile: Es ist ein Temperaturunterschied zwischen Außen- und Innenluft von rund 5 Grad Celsius notwendig, Dachklappen können im Winter vereisen und die Beschattung muss auf die Lüftungsklappen Rücksicht nehmen.

Die mechanische Lüftung wälzt die Luft mittels Gebläse um, das in der Regel in Abhängigkeit von Temperatur und Luftfeuchtigkeit gesteuert werden kann. Entscheidend bei der Auswahl der Geräte ist die sogenannte Luftwechselrate. Bei Außenbeschattung sollte die Luft pro Stunde sieben- bis zehnfach gewechselt werden, bei Innenbeschattung wegen der Wärme zwischen Glas und Behang deutlich öfter, rund bis 15-30fach. Die Vorteile: witterungsabhängig, kein Temperaturunterschied zwischen innen und außen zu berücksichtigen. Die Nachteile: Stromverbrauch, Wartung, Gerätegeräuschentwicklung, sichtbare Investition. Wichtig: Alle Fenster, Türen und Klappen, die zu öffnen sind, müssen in diesem Zustand auch gut fixiert werden können. Es sollte an eine zusätzliche Möglichkeit der Belüftung aller hinter dem Wintergarten liegenden Räume gedacht werden.

In der Praxis bietet sich häufig eine Kombination aus beiden Varianten an, in der die natürliche Lüftung bei Bedarf durch ein Klimagerät unterstützt werden kann.